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Ehrenkodex: DX auf 6 m

Jetzt bloß nichts falsch machen auf dem ,, Magic Band"! Die Bedingungen auf 6 m werden durch die wechselnde Sonnenaktivität geprägt. Mit der gegenwärtigen Hochphase des Zyklus 23 wird es immer wichtiger, dass die Amateure, die sich auf diesem Band bewegen, sich nicht gegenseitig, ob absichtlich oder aus Versehen, um DX- Chancen bringen. Viele Hinweise zum 6-m-Betrieb sind im Internet zu finden (s. links). Die tonangebende Gruppierung in Sachen 6 m ist sicherlich die United Kingdom Six Metre Croup (UKSMG). Sie hat zusammen mit anderen internationalen 6-m-Gruppen einen Verhaltenskodex entwickelt, der anerkannt ist. Daraus lassen sich für den eigenen Betrieb wertvolle Schlüsse Ziehen:

6 m als DX-Band

6 m ist ein DX-Band wie irgendein anderes HF-Band, also sollte man es mit Respekt und Toleranz behandeln.

Lokaler Bandplan

Halten Sie den Bandplan ein. In DL ist Sendebetrieb nur von 50,080 MHz bis 51,0 MHz erlaubt. Am unteren Bandende ist außerdem 1 kHz ..Sicherheitsabstand" zum Bakenband selbstverständlich, das bis 50,080 MHz reicht.

Lokal-QSOs

Verärgern oder stören Sie nicht andere 6-m-Operateure durch Lokal-QSOs im DX-Fenster Es reicht von 50,1...50,130 MHz. Für Lokal-QSOs wird der Bereich oberhalb 50,250 MHz empfohlen. Für französische 6-m-Nutzer ist allerdings Sendebetrieb erst ab 50,200 MHz zugelassen, so dass bei günstigen Ausbrei-lungsbedingungen ein Betrieb direkt ab 50,200 MHz die DX-Chancen der französischen OMs beeinträchtigen könnte.

Hören lernen

Wirkliche 6-m-DXer verwenden ungefähr 5 % ihrer Zeit, um zu senden, während die restlichen 95 % der Bandbeobachtung und dem Studium der Ausbreitungsbedingungen dienen. Lernen Sie, die Anzeichen einer Änderung der Ausbreitungscharakteristika zu erkennen. Dies ist viel effizienter, als plan- und pausenlos CQ DX zu rufen,

Das DX-Fenster hat seine eigenen Regeln

Das Fenster von 50.100 ... 50.130 MHz hat sich international als Frequenzbereich für International-QSOs etabliert. Dies gilt besonders auch für die Anruffrequenz 50.110 MHz. Nun liegt es manchmal im eigenen Ermessen, was man als “DX” bezeichnet, besonders wenn eine Station aus dem eigenen Kontinent hört, die man als neues Land (oder Großfeld) noch arbeiten möchte. Bedenken Sie, dass QSOs aus solchen persönlichen Sammelgründen ein Europa-QRM erzeugen können, das unter Umständen Verbindungsmöglichkeiten über Multi-Hop-Sporadic E oder F2-Ausbreitung zerstört. Daher: Vermeiden Sie unbedingt Nahbereichsverbindungen im DX-Fenster! Das DX-Fenster wird stark genutzt. Bevor Sie selber rufen, sollten Sie daher die Frequenz gründlich beobachten und vor dem eigenen CQ-Ruf fragen, ob sie frei ist. Nur weil Sie selbst dort nichts hören, heißt dies noch lange nicht, dass sie nicht durch eine andere (DX)-Station belegt sein könnte.

Die internationale Anruftrequenz

50,110 MHz sollte nur zum Anruf für interkontinentale DX-Verbindungen genutzt werden. Man sollte hier allerdings nicht CQ rufen, sondern hören. Auf gar keinen Fall sollten Sie sich darauf einlassen, hier Lokal-QSOs, etwa mit bekannten OMs zu fahren. Auch das Testen von Antennen oder Abstimmversuche stören hier überproportional viele. Fördern Sie kein Pile-up auf 50,110 MHz. Wenn Sie selbst ein Pile-up haben, dann wechseln Sie die Frequenz woanders hin, um die Anruffrequenz wieder frei zu machen.

CQ-Rufen auf der Anruffrequenz

Hören ist immer erste DXer-Pflicht auf 6 Deshalb sollten Sie zweimal nachdenken, bevor Sie auf 50,110 MHz einen CQ-Ruf starten. Da die Frequenz von vielen beobachtet wird, sollten Sie ihre eigene Reputation nicht schmälern, indem Sie rares DX durch CQ-Rufe stören. Ihr Rufzeichen oder Großfeld oder Land muss für fast alle Hörenden interessant sein. Ihr Wunsch nach DX ist dagegen unerheblich. Wenn es Ihnen passiert, dass sie auf der Lauer nach einer raren DX-Station sind und plötzlich ein lauter CQ-Rufer Ihnen ,,die Ernte verhagelt", dann sollten Sie keinesfalls versuchen, den betreffenden Operateur rüde von der Fre-quenz zu vertreiben. Sagen Sie ihm lieber kurz, auf was Sie hier warten und nennen Sie ihr Rufzeichen. Das funktioniert meistens, hat doch der CQ-Rufer immer ein Interesse am DX-QSO und hat sich bestimmt auch schon über kaputtgemachte QSOs durch CQ-Rufer geärgert. Wenn es Ihnen umgekehrt mal passiert, dass Sie CQ auf einer belegten Frequenz rufen oder dort schon QSO fahren, dann Wechseln Sie bitte - ohne Diskussion! - die Frequenz, wenn Ihnen ein plausibler Grund dafür genannt wird. Argumentieren Sie nicht, denn bei guten Bedingungen ist keine Zeit dafür Vor  einem  CQ-Ruf  ausgerechnet  auf 50,110 MHz sollten Sie sich die Zeit nehmen, 10 min die Frequenz zu beobachten, die Beine übereinander zu schlagen und einmal bis 100 zu zählen. Erst wenn Sie dann immer noch den unbändigen Wunsch verspüren, zu rufen, dann können Sie das tun, vorausgesetzt, Sie finden genügend Gründe, die das dann noch rechtfertigen. Aber: Halten Sie den CQ-Ruf kurz und wechseln Sie die Frequenz, wenn Sie erfolgreich waren.

QSO-Techniken

Viele nehmen sich nicht die Zeit zu lernen, wie man DX macht, QSO-Techniken vervollkommnet, und machen den Fehler, gleich ins kalte Wasser zu springen. Das ist auf 6 m nicht zu empfehlen, denn 6 m erlaubt es nicht, Zeit zu verschwenden, weil die Ausbreitungsmodi zum Test nur äußerst kurzlebige Kontakte ermöglichen. Die DX-Station am anderen Ende will dann möglichst viele DX-Jäger erreichen, und in diesem Bemühen sollten Sie Sympathie bei den Betroffenen finden. Üblicherweise sollte man der Betriebstechnik der DX-Station folgen und genau die gleichen Informationen austauschen. Keinesfalls sollten Sie den QTH-Locator oder andere Extra-Informationen austauschen, denn diese wichtigen Fakten stehen später auf der QSL-Karte und lassen sich in der Regel auch schnell aus Amateurfunkmedien (Cluster, Internet, Zeitschriften und DX-Blätter) ermitteln. Nehmen Sie nicht durch überflüssigen Infoaustausch anderen die Chance, seltenes DX zu arbeiten. Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal jemanden hören, der sich nicht daran hält, dass Sie es sein können, der deshalb leer ausgeht.

DX Pile-ups

Das ,,Knacken" eines Pile-ups kann auf 6 m so frustrierend sein, wie auf Kurzwelle. Eine gute Betriebstechnik ist dafür äußerst wichtig. Immer sollte man auf die Wünsche der DX-Station exakt eingehen und beim Anruf das eigene Rufzeichen nur einmal, aber komplett übermitteln. Wenn aus irgendeinem Grund (QRM, QSB) die Verbindung nicht komplettiert werden konnte, dann sollten Sie nicht zu hartnäckig versuchen, das QSO durch fortgesetztes erneutes Anrufen zu vervollständigen. Sie erzeugen nur QRM dadurch. Besser ist es, wenn Sie später noch einmal rufen. Die Botschaft ist ganz Einfach: Rufen Sie niemals über ein bestehendes QSO: Es bringt Ihnen nichts, aber die anderen DX-Jäger gegen Sie auf.

Split-Verkehr

Wenn der Andrang der Anrufer einer DX-Station zu groß wird, dann wird sie üblicherweise in den Split-Verkehr wechseln. Sie sendet also auf einer anderen, normalerweise höheren Frequenz, als sie hört. Dadurch lässt sich das Pile-up entzerren, und außerdem bleibt die Sendefrequenz der DX-Station relativ ungestört. Dabei kann jedoch unbeabsichtigt Verwirrung entstehen, wenn eine andere DX-Station im gleichen Bereich Split fährt. Daher ist es enorm wichtig, den Split-Bereich auf nicht mehr als 10 kHz anwachsen zu lassen.

Doppelte QSOs

Es ist verlockend, eine DX-Station immer anzurufen, wenn man sie hört. Alldings kann man dadurch wieder anderen die Möglichkeit nehmen, die betreffende Station überhaupt zum ersten Mal zu arbeiten. Wenn niemand antwortet, ist gegen einen kurzen Anruf nichts einzuwenden, denn so zeigt man der DX-Station, dass der Ausbreitungsweg in die Region offen ist.

Telegrafie

Telegrafie ist wahrscheinlich die am häufigsten verwendete Betriebsart weil sie bei einigen Ausbreitungsmodi am ehesten Erfolg verspricht. Rufen Sie niemals eine CW-Station in SSB an, weil sie Ihr Signal durch enge Filter wahrscheinlich nicht demodulieren kann, Mit dem SSB-Anruf sorgen Sie folglich bloß für QRM. Anders als auf Kurzwelle sollten Sie auch eine SSB-Station nicht in CW anrufen, weil es oft nur die DX-Station irritiert.

FM

FM ist für DLs tabu, weil verboten. Dies geschah im Konsens mit dem Primärnutzer (Bun-deswehr). Selbst im internationalen Verkehr ist FM aber auch erst ab 50,500 MHz empfohlen. Durch die Breitbandigkeit eines FM-Signals ist dies auch sinnvoll, denn sonst könnten leicht viele DX-Signale zugleich gestört werden.

UKSMC

bearbeitet von Michael Link, DL2EBX

aus der cq-DL 5/2000 entnommen